Ausverkauft!
Fragaria moschata (weiblich)
Sehr dunkle Moschuserdbeere. Die Frucht ist auffallend länglich. Höchstwahrscheinlich ist die 'Schöne Wienerin' wiedergefunden!
In einem Vorgarten am Stresemannplatz wurde eine alte Sorte der Moschuserdbeere gefunden, die offenbar viele Jahrzehnte mitten in der Großstadt überdauert hat. Einige Pflanzen wurden kurz vor der Sanierung der Villa samt Garten gerettet. Dresden war lange für seine liebevoll gestalteten Gärten der Stadtvillen im Jugendstil bekannt gewesen. Es ist keine italienische oder französische Sorte, sondern ist Kulturgut deutschen Ursprungs, das bestätigte mir ein Erdbeerexperte. Auch Brigitte Wachsmuth war sehr behilflich bei der Bestimmung. Mit ihrem reichen Fundus an Gartenliteratur bezüglich Erdbeeren, kristallisierten sich erste vage Vermutungen heraus. Nachdem wir sie mit vielen alten Abbildungen und der originalen Beschreibung verglichen haben, sind wir uns sicher, dass es sich um die berühmte Sorte aus dem Jahr 1889 handelt, die einstmals weit verbreitet war, aber nach dem Siegeszug der Gartenerdbeere wie andere Moschuserdbeeren auch in Vergessenheit geriet. Die Originalbeschreibung von 1889: (in verschiedenen Gartenmagazinen erschienen, wohl vom Züchter selbst) "Schöne Wienerin (G. Goeschke). Eine neue Moschus- oder Vierländer-Erdbeere, welche alle früheren, zu dieser Klasse gehörenden Sorten vollständig in den Schatten stellt. Die Früchte sind von bedeutender Grösse und extra langgestreckter Gestalt. Ganz eigentümlich ist der überaus lange, glänzende Hals ohne Samen mit den meist abstehenden oder zurückgeschlagenen Kelchblättern. Farbe der Frucht glänzend dunkelbraunrot, Samen bräunlichgelb bis dunkelbraun und aufliegend ; Fleisch cremeweiss, voll, schmelzend, honig- süss, von köstlichem Aroma. Reifezeit mittelfrüh. Von erstaunlicher, lang-anhaltender Tragbarkeit." Die Frucht hat sehr gute Qualitäten, insbesondere das intensive, süßwürzige Aroma und die schöne Farbe.